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Schmerztherapie10. September 2026 · 5 Min. Lesezeit · JOBI Medizintechnik-Team

TENS wirkt nicht? Meist liegt es an der Einstellung

Zu schwach eingestellt, Elektroden am falschen Ort, nach einer Woche in der Schublade: die drei häufigsten Gründe, warum TENS enttäuscht, und was Sie tun können.

Zwei Klebeelektroden eines TENS-Geräts werden am Knie angebracht

„Ich habe es probiert, es hat nichts gebracht.“ Diesen Satz hören wir oft - und wenn wir nachfragen, stellt sich meist heraus: Das Gerät war so eingestellt, dass es gar nicht wirken konnte. TENS ist ein einfaches Verfahren, aber kein selbsterklärendes. Drei Dinge entscheiden darüber, ob Sie etwas davon haben.

1. Die Intensität: spürbar, nicht schmerzhaft

Die Stimulationsintensität gilt in der Fachliteratur als der entscheidende Parameter. Empfohlen wird eine deutlich spürbare, aber nicht schmerzhafte Stärke: ein kräftiges Kribbeln, bei dem Sie sich noch entspannen können. Der häufigste Fehler ist, das Gerät so leise zu stellen, dass man es kaum merkt - aus Vorsicht, oder weil das Kribbeln anfangs ungewohnt ist. Ein zu schwach eingestelltes Gerät ist ein wirkungsloses Gerät.

Tasten Sie sich deshalb bei jeder Anwendung heran: langsam hochregeln, bis es deutlich spürbar ist, dann einen Schritt zurück, falls es unangenehm wird. Die Haut gewöhnt sich innerhalb weniger Minuten an den Reiz; oft lässt sich dann noch etwas nachregeln.

2. Die Elektroden: dort, wo es weh tut - und richtig geklebt

TENS wirkt dort, wo der Strom fließt, also zwischen den Elektroden. Die Grundregel: Die schmerzende Stelle liegt zwischen zwei Elektroden oder unmittelbar unter einer. Bei Rückenschmerzen heißt das meist beidseits der Wirbelsäule auf Höhe der Beschwerden, beim Knie ober- und unterhalb der Kniescheibe. Welche Positionen für Sie passen, zeigen wir bei der Einweisung; die Gebrauchsanweisung enthält Vorschläge für die häufigsten Regionen.

  • Haut vorher reinigen und trocknen - Creme, Schweiß und Öl verhindern den Kontakt.
  • Elektroden vollflächig andrücken; eine halb abstehende Elektrode brennt an der Kante.
  • Elektroden nie über Knochenvorsprüngen, offenen Hautstellen oder auf dem Hals vorne platzieren.
  • Nach der Anwendung die Schutzfolie wieder auflegen. Nachlassende Klebkraft heißt: Elektroden wechseln, nicht fester drücken.

3. Die Gewöhnung: warum die Wirkung nach Tagen nachlässt

Bei täglicher Anwendung mit immer demselben Programm kann die Wirkung nach einigen Tagen nachlassen. Das ist ein bekannter Gewöhnungseffekt des Nervensystems und kein Zeichen dafür, dass das Gerät defekt ist oder TENS bei Ihnen nicht wirkt. Genau an diesem Punkt landen viele Geräte in der Schublade.

Dem lässt sich begegnen: durch Programme mit wechselnder Frequenz, die die meisten Geräte mitbringen, durch eine angepasste Intensität oder durch den Wechsel zwischen den beiden grundlegenden Anwendungsarten - der konventionellen, hochfrequenten Stimulation und der niederfrequenten, „akupunkturähnlichen“. Welche für Sie passt und wie lange Sie anwenden, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Rufen Sie uns an, bevor Sie aufgeben; das lässt sich am Telefon meistens lösen.

Wenn TENS nach einer Woche nichts mehr bringt, ist selten das Verfahren am Ende - meist nur das Programm.

Was Sie realistisch erwarten dürfen

TENS beeinflusst die Schmerzwahrnehmung, nicht die Ursache. Am besten belegt ist die Linderung während und unmittelbar nach der Anwendung: Die bislang größte Auswertung mit 381 Studien und über 24.000 Teilnehmenden fand hier einen deutlichen Unterschied gegenüber Scheinstimulation, bei moderater Aussagesicherheit. Ob und wie lange die Wirkung darüber hinaus anhält, ist offen. TENS ist deshalb als Selbstanwendung gedacht: Sie setzen es ein, wenn Sie es brauchen.

Und es wirkt nicht bei jedem gleich gut. Deshalb beginnt die Versorgung über die Krankenkasse mit einer Erprobung von mindestens drei Monaten - genug Zeit, um Einstellung und Elektrodenpositionen zu finden. Bringt es Ihnen nichts, geht das Gerät zurück.

Alle Belege, Sicherheitshinweise und die Frequenz-Tabelle: TENS-Schmerztherapie auf unserer FachseiteWichtige Sicherheitshinweise: wann TENS nicht angewendet werden darf

Der erste Schritt

Wenn Sie TENS noch nicht nutzen: Sprechen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt an. Mit einer Verordnung versorgen wir Sie über Ihre Krankenkasse mit Gerät und Elektroden und weisen Sie persönlich ein - dabei stellen wir Intensität und Elektrodenpositionen gemeinsam mit Ihnen ein. Wenn Sie bereits ein Gerät haben, das nicht wirkt: Rufen Sie uns an, bevor Sie es aufgeben.

Was die Krankenkasse übernimmt und was Sie selbst zahlen

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Sie haben eine ärztliche Verordnung? Fotografieren Sie sie einfach ab und reichen Sie sie online oder per WhatsApp ein. Wir übernehmen die komplette Abwicklung mit Arzt und Krankenkasse.

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