Elektroden: richtig kleben, pflegen und rechtzeitig wechseln
Die Elektrode ist das unscheinbarste Teil der Elektrotherapie und das, an dem sie am häufigsten scheitert. Welche Größe wofür, wie Elektroden länger halten und woran Sie erkennen, dass ein Wechsel fällig ist.

Das Gerät ist richtig eingestellt, das Programm stimmt - und trotzdem sticht es an einer Kante oder die Wirkung bleibt aus. Sehr oft liegt das an der Elektrode: Sie klebt nicht mehr vollflächig, ist zu klein gewählt oder sitzt auf eingecremter Haut. Wer ein paar Regeln beachtet, hat eine angenehmere Behandlung und kommt länger mit einem Satz aus.
Welche Elektrode wofür
- Selbstklebende Elektroden sind der Standard für TENS und Muskelstimulation. Sie haften mit einer leitfähigen Gelschicht direkt auf der Haut.
- Quadratische Elektroden mit 40 × 40 oder 50 × 50 Millimetern passen für die meisten Anwendungen an Rücken, Schulter, Knie und Arm.
- Rechteckige Elektroden mit 40 × 80 Millimetern eignen sich für größere Muskelgruppen und für die Inkontinenztherapie mit Oberflächenelektroden.
- Kleine runde Elektroden mit 32 Millimetern sind für kleine Flächen gedacht, etwa an der Hand.
- Gummi-Elektroden sind wiederverwendbar und werden mit Schwammtaschen oder Kontaktgel eingesetzt, vor allem in der Paresetherapie.
- Geformte Elektroden, etwa in Butterfly- oder Trapezform, gibt es für Rücken und Schulter und für besondere Programme.
Welche Elektroden zu Ihrem Gerät und Ihrer Behandlung gehören, legen wir bei der Versorgung fest. Tauschen Sie die Größe nicht eigenmächtig.
Warum die Größe zählt
Derselbe Strom verteilt sich bei einer großen Elektrode auf mehr Haut als bei einer kleinen. Je kleiner die Fläche, desto höher die Stromdichte, und desto eher wird es unangenehm. Daraus folgen zwei Regeln:
- Elektroden nie zuschneiden oder verändern. Die Stromdichte wird sonst zu hoch.
- Bei Behandlungen mit hoher Stromstärke, etwa an gelähmter Muskulatur, sind große Elektroden Pflicht. Kleine TENS-Elektroden sind dafür ungeeignet.
Richtig kleben
- Haut vorher reinigen und trocknen. Creme, Schweiß und Öl verhindern den Kontakt.
- Elektroden vollflächig andrücken. Eine halb abstehende Elektrode brennt an der Kante.
- Nur auf unversehrte Haut kleben, nicht über Knochenvorsprünge und nicht auf offene Stellen.
- Gerät erst einschalten, wenn die Elektroden sitzen, und vor dem Abnehmen ausschalten.
So halten Elektroden länger
- Elektrode an der Kante fassen und abziehen, nicht am Kabel.
- Nach jeder Anwendung zurück auf die Schutzfolie kleben.
- Im Beutel aufbewahren, kühl und trocken. Wärme und Luft trocknen die Gelschicht aus.
- Nicht mit anderen teilen. Ein Gerät und ein Satz Elektroden gehören zu einer Person.
Wie lange ein Satz hält, lässt sich nicht in einer Zahl angeben. Es hängt von Ihrem Hauttyp, von der Häufigkeit der Anwendung und von der Pflege ab.
Woran Sie erkennen, dass ein Wechsel fällig ist
- Die Klebkraft lässt nach, Ränder lösen sich während der Anwendung.
- Das Kribbeln ist ungleichmäßig oder sticht an einer Stelle.
- Die Gelschicht ist trocken, rissig oder verschmutzt.
- Sie müssen deutlich höher einstellen als früher, um dasselbe zu spüren.
Nachlassende Klebkraft heißt: Elektroden wechseln, nicht fester drücken.
Wenn die Haut reagiert
Hautreizungen unter den Elektroden treten bei etwa 2 bis 3 Prozent der Anwender auf, meist durch das Elektrodenmaterial oder den Klebstoff. Eine leichte Rötung, die nach kurzer Zeit verschwindet, ist unbedenklich. Bleibt sie über Stunden, bilden sich Bläschen oder juckt die Stelle stark, setzen Sie aus und melden Sie sich bei uns. Oft hilft ein anderes Elektrodenmaterial.
Nachschub
Wenn Sie über Ihre Krankenkasse versorgt sind, senden wir Ihnen Ersatz-Elektroden im Rahmen der Versorgung in der Regel kostenfrei zu. Ein Anruf oder eine Nachricht genügt. Sagen Sie uns dabei, welches Gerät Sie haben. Wer selbst kauft, findet die passenden Elektroden im Katalog beim jeweiligen Gerät.
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